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Hilfe bei Glücksspielsucht

Für Menschen mit einer Glücksspielproblematik und auch für Angehörige von Spielern gibt es Hilfe.

Hilfe und Beratung vor Ort

Zu den Anlaufstellen vor Ort gehören Beratungsstellen, Kliniken und Selbsthilfegruppen. Sie erhalten hier Wissenswertes über die Leistungen dieser Angebote, damit Sie entscheiden können, welches für Sie am Besten geeignet ist. Öffnet externen Link in neuem FensterHier erfahren Sie, welche Anlaufstellen sich in Ihrer Wohnortnähe befinden.

Beratungsstellen

Beratungsstellen sind für viele Menschen, die Probleme mit dem Glücksspiel haben, die erste Anlaufstelle. Sie richten sich aber auch an Öffnet internen Link im aktuellen Fensterbetroffene Angehörige, also Familienmitglieder, Partnerinnen und Partner sowie andere Personen, die mit suchtgefährdeten oder bereits suchterkrankten Menschen zu tun haben.

Die Leistungen und Angebote von Beratungsstellen können von Ort zu Ort unterschiedlich sein. Im Folgenden sind die häufigsten und wichtigsten Angebote aufgelistet:

  • Informationen über Öffnet internen Link im aktuellen FensterGlücksspiele und deren Suchtpotenzial
  • Persönliche Beratung zum Umgang mit der Glücksspielsucht und Möglichkeiten der Behandlung
  • Ambulante Rehabilitation Sucht (ARS):
    Einige Beratungsstellen bieten für glücksspielsüchtige Menschen eine ambulante Entwöhnungsbehandlung an. Diese wird in der Regel durch den zuständigen Rentenversicherungsträger finanziert und beinhaltet wöchentliche Gruppen- und/oder Einzeltherapiesitzungen. Die Behandlungsdauer ist etwa auf ein Jahr ausgerichtet und kann je nach Behandlungsverlauf verlängert werden.
    Eine ambulante Therapie hat den Vorteil, dass die Betroffenen während der gesamten Therapiedauer in ihrem sozialen Umfeld bleiben können. In der Regel können sie ihrer beruflichen Tätigkeit weiter nachgehen und werden nicht aus ihrem gewohnten Leben herausgerissen. 
  • Vermittlung in stationäre Suchtbehandlung. Vorbereitung und Hilfe bei der Auswahl der Einrichtung sowie Klärung von Kostenfragen und Begleitung bis hin zur stationären Aufnahme.
  • Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen und Informationen über sie 
  • Beratung von Angehörigen
  • Unterstützung von Multiplikatoren, das sind Personen, die aufgrund ihres Berufs oder ihres sozialen Engagements mit glücksspielsüchtigen Menschen zu tun haben.
  • Gegebenenfalls Geldmanagement bzw. Unterstützung bei der Schuldenklärung 
  • Informationen über weiterführende Hilfen wie etwa Schuldnerberatung, Rechtsberatung etc.

Glücksspielsucht - Hilfe in Kliniken

Eine Behandlung von Glücksspielsüchtigen kann auch stationär in einer Fachklink stattfinden. Je nach Störungsbild kommt eine Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen oder eine psychosomatische Fachklinik in Frage. Beratungsstellen helfen bei der Suche nach einem geeigneten Therapieplatz und bei der Kostenerklärung.

Die Dauer der stationären Therapie bei Glücksspielsucht ist abhängig von dem persönlichem Therapieverlauf, dem Klinikkonzept und der Kostenzusage. Normalerweise beträgt die Therapiedauer zwischen 8 und 12 Wochen.

Personen die erwerbstätig sind, erhalten in der Regel für die Zeit der stationären Therapie Übergangsgeld, was mit Krankengeld vergleichbar ist. Mit Hilfe bewährter psychotherapeutischer Methoden, erlernen Glücksspielsüchtige Menschen alternative Verhaltensweisen zu ihrem Glücksspielverhalten, setzen sich mit den Ursachen und Folgen der Öffnet internen Link im aktuellen FensterErkrankung auseinander. Gegen Ende zielt die Therapie auf eine gute Vorbereitung für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt. Hierzu gehören normalerweise die Rückfallphrophylaxe und die Anbindung an weiterführende Hilfen vor Ort. Die Auseinandersetzung mit Geld und Schulden, stellt ebenfalls einen Schwerpunkt in der stationären Therapie dar.

Selbsthilfegruppen

Für glücksspielsüchtige Menschen bestehen mittlerweile in vielen Städten und Orten Selbsthilfegruppen. Die Teilnehmer treffen sich zu festen, meistens regelmäßigen Terminen zum gemeinsamen Austausch über ihre Probleme mit dem Glücksspiel. Dabei gilt normalerweise für alle Selbsthilfegruppen, dass sie ohne professionelle Leitung stattfinden. Menschen, die Selbsthilfegruppen organisieren und leiten, tun dies ehrenamtlich. Die Teilnahme ist deshalb kostenlos und unverbindlich. Selbsthilfegruppen stellen eine wichtige und nicht mehr wegzudenkende Ergänzung des Suchtkrankenhilfesystems dar.

Übergeordnetes Ziel der Selbsthilfegruppen für Glücksspielsüchtige ist, sich gegenseitig auf dem Weg in ein dauerhaft glücksspielabstinentes Leben zu führen, sich gegenseitig zu stärken und zu ermutigen. Menschen, die erst am Anfang ihres Ausstiegs aus der Glücksspielsucht stehen, können durch den Austausch mit Menschen, die schon länger glücksspielabstinent leben, profitieren. Das Wissen darüber, dass man mit seinem Problem nicht alleine dasteht und es anderen genauso ergangen ist, ist für viele Menschen eine hilfreiche Erfahrung.

Beratungstelefon

Bei der DLTB-Telefonberatung zur Glücksspielsucht in Kooperation mit  der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erhalten Interessierte, Angehörige und Betroffene kostenlos individuelle Beratung und Informationen rund um den Themenbereich Glücksspielsucht. Telefon:

0800 1 37 27 00 (Montag bis Donnerstag 10 - 22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 - 18 Uhr).

Internet

Die BZgA bietet glücksspielsüchtigen Menschen ein Online- Ausstiegsprogramm. Die Teilnahmebedingungen und den Ablauf erfahren Sie Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.

Schuldnerberatungsstelle

Die finanzielle Situation ist bei Glücksspielsüchtigen oft existenziell bedrohlich. Angehörige sind von Spielschulden oft mit betroffen. Die Schuldnerberatungsstelle hilft Ihnen konkret, den Schuldenberg zu bearbeiten und entwickelt mit allen Beteiligten realistische Zielsetzungen für den Schuldenabbau.

Unter Öffnet externen Link in neuem FensterForum-Schuldnerberatung finden Sie Schuldnerberatungsstellen in Ihrer Nähe. Die Zusammenstellung der Beratungsstellen auf dieser Website erfolgt durch Forum Schuldnerberatung e.V. (fsb). Falls Sie eine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen wollen, fragen Sie nach, ob es sich um eine kostenlose Beratung handelt, oder ob Ihnen durch die Beratung Kosten entstehen. 

Schuldnerberatungsstellen befinden sich in vielen Städten und Gemeinden auch in den Bürgerämtern und Jobcentern. Teilweise werden auch offene Sprechstunden angeboten. Zuweilen haben Schuldnerberatungsstellen auch eine Online-Beratung in Form einer E-Mail-Beratung, eines Einzel- oder Gruppen-Chats eingerichtet.

Oder rufen Sie die Öffnet externen Link in neuem FensterSchuldenhelpline unter 0180 - 456 456 4 an (20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz unabhängig von der Gesprächsdauer (abweichender Mobilfunktarif: maximal 42 Cent pro Minute)).

Familien- und Erziehungsberatungsstelle

Die Familien- und Erziehungsberatung steht bei familiären Problemen unterstützend zur Seite. Die Situation Glücksspielsüchtiger und deren Angehöriger ist oft durch psychosoziale und familiäre Komplikationen belastet. Dies erfordert eine umfangreiche Hilfestellung, was besonders für Angehörige hilfreich sein kann. Die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch anonym.
Sie können in der Familienberatungsstelle auch nach Hilfemöglichkeiten für Kinder von Suchtkranken fragen.
Ein Verzeichnis der Familien- und Erziehungsberatungsstellen ist unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bke.de zu finden. 

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