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Dem Glückspielsüchtigen helfen

Wenn Angehörige miterleben, wie Glücksspielsucht sowohl den nahe stehenden Menschen verändert, als auch für das eigene Leben sehr belastend ist, möchten sie dem spielenden Menschen helfen.

Dabei haben Angehörige den verständlichen und nachvollziehbaren Wunsch, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den Spielenden vom Spielen abzubringen. Allerdings sind viele dieser Bemühungen für Spielende wenig hilfreich, sondern wirken sich möglicherweise sogar fördernd auf das süchtige Verhalten aus.

Es hilft nicht, wenn Angehörige

  • dem Spielenden Geld leihen,
  • Kredite übernehmen, offene Rechnungen bezahlen oder das überzogene Konto ausgleichen,
  • für den Spielenden lügen, beispielsweise ihn beim Arbeitgeber krank melden, wenn er in die Spielhalle geht,
  • Konsequenzen androhen, die nicht durchsetzbar sind oder nicht konsequent durchgesetzt werden wollen, z.B. mit einem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung drohen,
  • die Glücksspielsucht als solche nicht wahrnehmen und die Belastungen, die daraus hervorgehen, bagatellisieren,
  • den Spielenden vorwurfsvoll mit der Glücksspielsucht konfrontieren und sich beklagen, was alles mit dem verspieltem Geld gemacht werden könnte.

Angehörige glücksspielsüchtiger Menschen können für glücksspielsüchtige Menschen nicht die Entscheidung treffen, mit dem Spielen aufzuhören. Aber wenn der Glücksspielsüchtige die Entscheidung getroffen hat, können Angehörige ihn unterstützen und begleiten.

Nützlich und hilfreich hierbei ist, wenn Angehörige

  • sich über Glücksspielsucht und Hilfemöglichkeiten ausreichend informieren und das Problem ernst nehmen,
  • mit dem Glücksspielsüchtigen offen, ehrlich und konkret über das sprechen, was sie bewegt und sorgt,
  • den Spielenden in einem ruhigen Moment Hilfemöglichkeiten aufzeigen, wie z.B. eine Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe.
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