Direktlinks:

Zur Navigation
Zum Inhaltsbereich

BZgA-Beratungstelefon zur Glücksspielsucht

0800 - 1 37 27 00
(kostenlos und anonym)

BZgA - Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Schriftgröße: größer / kleiner Kontrast: erhöhen

Gefahrenpotenzial

Das Sucht-Risiko beim Glücksspiel

Glücksspiele haben ein hohes Suchtpotenzial, wenn sie der Bevölkerung viel und oft zur Verfügung stehen. Besonders Kinder und Jugendliche werden durch das große Angebot von bestimmten Glücksspielen verführt und erst durch die ständige Verfügbarkeit auf die Idee gebracht, ein Spiel zu machen.
Eine schnelle Abfolge von einzelnen Spielen mit schneller Gewinn- und Verlustentscheidung ist ebenfalls gefährlich und kann zu einer regelrechten Sucht nach Glücksspielen führen. Eine schnelle Spielabfolge beim Glücksspiel kann dazu führen, dass nicht der mögliche Geldgewinn im Mittelpunkt steht, sondern alleine der Nervenkitzel, der „Kick“. Gefährlich wird es auch, wenn Spielerinnen und Spieler das Gefühl haben, dass sie einen Einfluss auf das Spielergebnis haben und sich somit in den Spielverlauf einbezogen fühlen. So etwa durch Stopp-Tasten an Geldspielautomaten oder durch eine Selbstüberschätzung des eigenen Könnens bei Kartenspielen oder  bei den Sportwetten. Dass der Spielausgang immer vom Zufall abhängig ist, gerät bei Spielerinnen und Spielern oft in den Hintergrund, da sie sicher sind, den Spielausgang kontrollieren, beeinflussen und vorhersagen zu können - was allerdings nicht der Fall ist.
Während sich die Verluste anfangs noch in Grenzen halten, rutschen einige übermäßig spielende Menschen mehr und mehr in eine „Aufholjagd“ hinein: Sie versuchen immer verzweifelter, bisherige Verluste durch noch mehr Spielen zurück zu gewinnen und schaffen es nicht mehr, vom Spiel loszukommen. Dies kann der Beginn einer Sucht sein.

Das jeweilige Risiko, das von einem bestimmten Glücksspiel ausgeht, ist abhängig von seinem Suchtpotenzial. Es wird davon ausgegangen, dass das Suchtpotenzial je nach Glücksspiel verschieden hoch einzustufen ist. Deshalb wird zwischen „weichen“ und „harten“ Glücksspielen unterschieden. Zu den „harten“ Glücksspielen, die über ein hohes Suchtpotenzial verfügen, zählen grundsätzlich Spiele mit einer schnellen Spielabfolge, wie beispielsweise Geldspielgeräte mit Gewinnmöglichkeit und bestimmte Kasinospiele.

Bewertungsfaktoren des Suchtpotenzials

Hier können Sie sich im Detail darüber informieren, wie die Faktoren des Suchtpotenzials je nach Glücksspiel bewertet werden:

Je schneller ein Spiel ist, desto schneller kann die gewünschte „Wirkung“ erzielt werden. Das Ergebnis ist bei schnellen Spielen innerhalb von Sekunden präsent. Abhängige Spielende wählen hauptsächlich Spiele mit einer schnellen Spielabfolge aus.

Das Auszahlungsintervall, also die Zeitspanne zwischen Anfang und Ende des Spiels, hängt mit der schnellen Spielabfolge zusammen: Ist das Auszahlungsintervall kurz, können die Spielenden direkt nach dem Ergebnis über den Gewinn verfügen. Sie können den Gewinn sofort wieder in ein neues Spiel investieren. Haben sie verloren, dauert der Frust darüber nicht lange, denn sie können sofort weiter spielen und setzen darauf, im nächsten Spiel zu gewinnen.

Durch Stopp-Tasten an Geldspielgeräten mit Gewinnmöglichkeit oder bei den Live-Wetten haben die Spielenden den Eindruck, aktiv ins Spielgeschehen einbezogen zu sein und es somit beeinflussen zu können. Besonders bedeutend ist hier, dass Tendenzen eines Spielergebnisses bei bestimmten Angeboten wie  Pferde- oder Sportwetten oder auch Börsenspekulationen durch gutes Insiderwissen möglicherweise tatsächlich vorab beurteilt werden können. Allerdings wird das eigene Wissen der Spielenden in Bezug auf einen zu erwartenden Gewinn häufig stark überschätzt.

Die Verbindung mit allgemein anerkannten Freizeitinteressen, insbesondere bei Sportwetten, kann schnell zu einer Verharmlosung des Glücksspiels führen. Gleichzeitig erhöhen die eigenen Interessen den Spielanreiz, wenn man z.B. Sportereignissen schon immer nahe stand und meint, aufgrund von speziellem Insiderwissen besondere Gewinnchancen zu haben.

Die Höhe der möglichen Gewinne, wie beispielsweise ein besonders hoher Jackpot beim Lotto-Spiel, schafft einen zusätzlichen Spielanreiz.
Häufige Fast-Gewinne verstärken die Erwartung, beim nächsten Spiel zu gewinnen (beispielsweise werden beim Lotto „5 Richtige“ nicht als Verlust betrachtet, sondern als „fast gewonnen“. Oder wenn beim Roulett eine Zahl gewinnt, die genau neben dem eigenen Tipp liegt, wird dies als „fast gewonnen“ bewertet, nicht als „verloren“).
Die Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise durch kleinere Geldbeträge oder Geldersatzmittel wie Jetons oder auch das Zahlen mit Kreditkarten, senken die Hemmschwelle, immer wieder Einsätze zu tätigen, die sich am Ende zu größeren Beträgen summieren.

Bestimmte Signale, besonders das Zusammenwirken von Licht- und Toneffekten an Geldspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit lösen bei Glücksspielsüchtigen den unbezwingbaren Drang aus, zu spielen. Die besondere Atmosphäre z.B. in einem Kasino oder auf der Pferderennbahn vermitteln das Gefühl von Aktivität, Spaß und Freizeitvergnügen.

Je leichter ein Glücksspiel verfügbar ist, umso mehr erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen es vermehrt benutzen. Die leichte Verfügbarkeit ist eine problematische Situation, die abstinente Glücksspieler als besonders schwierig beschreiben.

Selbsttest Glücksspielsucht

Wollen Sie Klarheit über Ihr Glücks- spielverhalten? Nutzen Sie unseren Selbsttest!

Zum Selbsttest

Zur Chat-Sprechstunde

Sie haben Fragen zum Glücksspiel? Jeden Donnerstag 15 bis 17 Uhr stehen wir Ihnen Rede und Antwort rund ums Thema.

Zur Chat-Sprechstunde

Online-Beratung

Nehmen Sie an unserem kostenlosen, anonymen Beratungsprogramm teil! Hier werden Sie vier Wochen lang professionell dabei begleitet, die Glücksspielsucht zu überwinden.

Zur Online-Beratung

Seite drucken